Freiamt Geographie und Geschichte


Geografie
Wie die meisten nach Norden hin orientierten Täler des Mittellands ist auch das langgezogene Freiamt die Folge des Zusammenspiels von Gletschern und Flüssen während und nach den letzten Eiszeiten. Dominant erhebt sich als westliche Begrenzung der langgezogene Buckel des fruchtbaren und quellreichen Lindenbergs (878 m) über das zweigestufte Tal von Bünz (bei Muri 450 m) und Reuss (bei Bremgarten 370 m), beide nach Norden hin zur Aare fliessend. Die östliche Begrenzung wird durch die Hügelzüge zwischen Reuss und Limmat gebildet, welche beim Hasenberg nördlich des Mutschellenübergangs gegen 750 Meter aufsteigen. Auffallend die nördliche Begrenzung mit ihren Endmoränen bei Othmarsingen, sanft das Ausklingen im Süden mit dem Abtauchen des Lindenbergs beim luzernischen Inwil. Je mehr der Wanderer sich gegen Süden wendet, desto breiter und fruchtbarer werden die Ebenen, gegen Zug hin wirkt die Landschaft einladend und offen. Bevölkerungsstarke Zentren des Freiamts bilden die Orte Wohlen, Bremgarten und Muri, aber auch die Gemeinden am Mutschellen. Bis heute ist der Süden geprägt von Landwirtschaft und Gewerbe. Sins entwickelt sich rasant zum attraktiven südlichen Siedlungskern, die umliegenden Dörfer wachsen stetig. Die nahen Wirtschaftszentren Zürich, Zug und Luzern beschäftigen eine stetig wachsende Zahl von Pendlern aus dem Freiamt.

Luftlinien: Othmarsingen – Dietwil 35 km
Lindenberghöhe – Mutschellen 12 km
Länge des Freiämterwegs: ca. 180 km
Karte
Kontakt Informationen
Erlebnis Freiamt
c/o Muri Info
Marktstrasse 10
5630 Muri
Tel. +41 (0)56 664 70 11
info@freiamt.ch
www.freiamt.ch



Geschichte
Nach dem Sempacherkrieg von 1386 schob sich das luzernische Territorium in die österreichischen Vorlande hinein. Trotz des 1412 mit Österreich abgeschlossenen fünfzigjährigen «Friedens» (Waffenstillstand) war der aargauische Raum von den Eidgenossen bedroht. Dabei richteten die Berner ihr Augenmerk auf den Aargau südlich der Aare bis Brugg, respektierten jedoch die Rietenberglinie. Das Territorium der späteren Freien Ämter teilte sich nach 1415 vorläufig in zwei Herrschaftsgebiete auf: in das Gebiet des Standes Luzern und in dasjenige der sechs Orte Zürich, Luzern, Schwyz, Unterwalden, Zug und Glarus. Uri distanzierte sich vorerst und Luzern verfügte über alleinige Sonderbesitzrechte in den Ämtern Meienberg, Richensee und Villmergen und war mit einem Sechstel in Büblikon/Wohlenschwil, Hägglingen, Niederwil, Dottikon, Wohlen, Hermetschwil, Boswil, Bettwil und Muri beteiligt. Diese Vorherrschaft war den übrigen Fünf Orten ein Dorn im Auge. Nach zähen und langwierigen Verhandlungen bildete sich das nach heutigem Gesichtspunkt historische Freiamt. Von 1435 – 1712 umfasste es die Ämter Büblikon/Wohlenschwil, Hägglingen, Niederwil, Dottikon, Villmergen, Wohlen, Hermetschwil, Boswil, Krummamt (Bünzen, Hermetschwil), Bettwil, Muri, Richensee und Meienberg. Das Amt Merenschwand und die Gemeinde Ermensee im Amt Richensee blieben nach wie vor bei Luzern. Nach dem Zweiten Villmergerkrieg von 1712 wurden die Freien Ämter in einen oberen Teil, in welchem alle acht Alten Orte (einschliesslich Uri) und in einen unteren Teil, in welchem die Orte Zürich, Bern und Glarus abwechslungsweise einen Landvogt stellten. Die Grenze wurde in schnurgerader Linie von der Kirche Lunk-hofen zum Hochgericht Fahrwangen gezogen und behielt ihre Gültigkeit bis 1798.

Freiamt heute
Das heutige Freiamt umfasst die politischen Bezirke Bremgarten und Muri. Der Freiämterweg hält sich jedoch weder an das historische noch an das heutige Freiamt. Vielmehr bewegt er sich im Einzugsgebiet der beiden Regionalplanungsgruppen Oberes Freiamt und Unteres Bünztal, sowie des Kelleramts, der Region Mutschellen und einiger Gemeinden im unteren Reusstal.