1. Mühle im 14. Jahrhundert Im Twingrecht von Boswil von 1343 ist u.a. angeführt «...der hof ze Werdolzwile mit allem dem, so zuo den selben gehoeret...». Bei der Offnung des Twingrechts war als Zeuge auch ein Walther von Werdolzwile (Weissenbach) anwesend. Die an den Steckhof «Werdolzwile» angrenzende Mühle ist in den Urbarien erstmals ca. 1380 und anfangs des 15. Jahrhunderts erwähnt. In beiden Dokumentationen wird ein Bürkli Tubler als Inhaber des Erblehens des Klosters Muri genannt.
Am 8. Juli 1426 erneuert Abt Georg Russinger mit Bürkli Tubler den Erblehensvertrag. später waren die Mühle und wahrscheindlich auch die Säge zerstört, sodass sir ihre Mahl- und Sägetätigkeit und somit auch die Versorgung der Bevölkerung mit Mehl und Schnittholz nicht mehr gewährleisten konnten. Mit Gerichtsurteil wird 1433 Bürkli Tubler aufgefordert, die Mühle und die Sähe «ze buwen und ze nutze bringen».
Häufiger Besitzerwechsel 1459 erwirbt der Mühlenbesitzer Hermann Tubler auch den angrenzenden Steckhof, sodass nun Mühle und Hof in derselben Hand sind. Ab 1550 ist die Dynastie der Müller von Weissenbach nachgewiesen. 1818 verkauft Anna Moser-Müller ihren halben Anteil am Betrieb ihrem Cousin Leonz Strebel aus Buttwil, der schon 1805 in Besitz der anderen Hälfte ist. 1872 wechselt der Betrieb von Leonz Strebel alt Grossrat an die Gebrüder Wyss vom Galizi in Buttwil. Als nächste Eigentümer folgen 1888 Kaspar Güntert und 1918 die Familie Köchli, die Hof und Säge heute bereits in der vierten Generation bewirtschaftet.
Turbine anstelle defektem Wasserrad Mühle und Säge wurden immer wieder erneuert. Ein Balken der heutigen Grundsubstanz ist mit der Jahrzahl 1836 bezeichnet. Als Ersatz für das defekte Wasserrad wurde 1924 von der Firma Meyer Solothurn eine Wasserturbine System Francis und eine Druckleitung installiert und gleichzeitig erhielt das Werk eine Wagenfräse. Nachdem auch die Turbine defekt war, diente ein Elektromotor als Antrieb. 1989 wird der Sägereibetrieb eingestellt.
InfoBox
Der zum Zweck der Restaurierung und des Weiterbetriebs gegründete Verein Wyssebacher Sagi übernimmt 1996 die baulich stark angeschlagene Sägerei im Baurecht. 1999 wird die Sägerei demontiert und fachgerecht mit teilweise neuen Elementen wieder aufgebaut. Nach der Renovation der mechanischen Teile und der Neuerstellung des Wasser- und Kammrades wird die historische Säge als Schau- und Erwerbsobjekt betrieben.
Kontakt für Führungen Willy Lange, Buttwil Tel. +41 56 664 61 30