Wohlen & Unteres Bünztal


Wohlen liegt im Südosten des Kantons Aargau und bildet das wirtschaftliche Regionalzentrum des Freiamts. Zu Wohlen gehört auch der 1914 eingemeindete Ortsteil Anglikon. Mit über 14'000 Einwohnern ist Wohlen die viertgrösste Gemeinde des Kantons.
Das Gemeindegebiet wird von Südost nach Nordwest von der Bünz durchflossen. Etwa zwei Drittel der überbauten Fläche befindet sich in der flachen Ebene des Bünztals, ein Drittel am Südwesthang des Wagenrains, einem bewaldeten Hügelzug zwischen Bünz- und Reusstal. Dort befinden sich auch einige markante Findlinge wie der Erdmannlistein oder der Bettlerstein, die während der Würmeiszeit vom Reussgletscher hierher transportiert wurden.
Karte
Kontakt Informationen
Kultursekretariat
Kirchplatz 2
5610 Wohlen
Tel. +41 56 610 68 34
www.wohlen.ch



Geschichte
Erstmals wurde das Dorf 1178 in einer Urkunde mit der alten Schreibweise Wolon erwähnt. Die Namensgebung Wolon, Walen, Walchen, Welschen etc. ist ein Hinweis darauf, dass die alamannische Siedlung nahe bei einer Siedlung der «Welschen», also der galloromanischen Bevölkerung, entstanden war. Ab 1185 gehörte Wohlen zum habsburgischen Hausbesitz und somit zu den österreichischen Vorlanden. Nachdem die Eidgenossen im Jahr 1415 den Aargau erobert hatten, war Wohlen Teil der Freien Ämter, einer Gemeinen Herrschaft. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand vorab im Raum Wohlen eine Industrie, die Strohgeflechte und Strohhüte herstellte. Wohlen erhielt dadurch den Spitznamen Chly Paris («kleines Paris»). Es entstanden zahlreiche Fabriken, aber die bis zur Einrichtung der Maschinenflechterei zumeist von einer ärmeren Unterschicht von Hand hergestellten kunstvollen Geflechte hatten einen Zustupf zu der sonst eher bäuerlich geprägten Lebensweise gebracht. Mit der Hutmode verschwand um die Mitte des 20. Jahrhunderts auch die Strohindustrie.
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